Album des Monats: Jona:S „Grau“

Glaubt man JONA:S` Texten, dann steckt ganz pessimistisch hinter jeder weißen Weste auch ein schwarzes Schaf, verschwimmt jedwedes bunte Kolorit früher oder später zur fahlen Tristesse. Tanztaugliche Melancholie würde ich das nennen, die mit auf Synthiepop-Schnüre gezogenem Deutschrap dazu anstachelt, die Trauerränder von der Emoplatte zu kratzen. „Scheiß auf Junimond, lass Träume zu Ende gehen, zieh die Klamotten aus und dusch dich im Novemberrain.“ Ganz so plakativ und schlimm ist es um JONA:S zwar dann doch nicht bestellt, auch wenn ihr teils melancholisch lebenserfahrener Mix nicht grad die Gute-Laune-Platte des Monats wird. Die Giessener Reimemeister schaffen jedoch mit „Grau“ textgewaltig den Spagat zwischen Lebensbejahung und skeptischer Schwarzmalerei und damit den Soundtrack für jeden Großstadtneurotiker.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s