Walakatah im Lovelite

Es war übervoll im Lovelite. Scheinbar ist hier minutiöser Konzertbeginn noch ein eisernes Credo. Inkonsequenterweise nur manchmal, was es nicht einfacher macht, gerade richtig zu erscheinen. Unbedingt merken fürs nächste Mal! Klappt sicher wieder nicht. Der Support-Act Les Calcatoggios mit Ska-Schulbandflair hatte die aus dem eigenen Klassenverband rekrutierten Juvenilen bereits ordentlich angeheizt und versorgt. Schonmal aufgefallen, dass bei der neuen Generation von Konzertgängern gepogt wird, egal ob`s passt? Da kann fast ein Schmusesong kommen und vor der Bühne entsteht ein Moshpit wie bei einem Hardcore-Konzert. Vielleicht werd ich auch nolstalgisch und alt in Richtung „Früher war das aber anders!“? Nun gingen die Laternen draußen an und das Publikum alterte dankbar prompt um 20 Jahre.

Der abendliche Hauptgewinn Walakatah aus Berlin schien dann den Pennälerjahren längst entwachsen und äußerst bunt gemischt zu sein. Mission accomplished, Metamorphose perfekt.  Endlich untergehen in der Masse 30+. Hier gniedelte der Althippie noch selbst und hauchte seiner bunten Fender Strat mit Jackass-Sticker ein Stück Adoleszenz ein, um die jugendliche Besucherquote ein wenig zu halten. Gleich daneben erschuf die Akkordeonistin gemeinsam mit Sängerin Sandrine charmante Baratmosphäre. Während der laufende Meter in Pippi Langstrumpf-Optik von Song zu Song immer mehr das verruchte Timbre einer Piaf-Chansoneuse mit der Agilität eines Flummis kreuzte, gab sich die übrige Rhythmus-Combo ganz dem psychedelischen Rock, Post Punk und Ska hin. „Skabarock“ nennen sie das Ganze. Naja, ich bin nicht sicher, ob die Welt noch weitere Subgenre-Bezeichnungen braucht. Egal, nennen wir es spleenigerweise so. Zusammen ließen die fünf  „Skabarocker“ (?) einen  Spaß-Hybriden entstehen, der leichtfüßig wie genial die affektive Tanzsucht aller vier Genres paarte, um ihn  dann bereitwillig mit grober Kelle ans Publikum auszuschenken. Hier wurde jeder abgefrühstückt und ging wohlig schwitzend wie musikalisch satt hinaus in die Nacht.

Nächste Gelegenheit: 25. März im SupaMolly

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